Bambus im Garten - als Sichtschutz, Bambushecke oder am Teich; sowie Informationen zu Bambusarten (Fargesia und Phyllostachys) und deren Pflege.

Bambus gehört zu den beliebtesten Gartenpflanzen der letzten Jahre. Winterharter Bambus kann als Solitärpflanze, Bodendecker, Kübelpflanze oder schnittverträgliche Hecke gepflanzt werden. Bambus ist ein immergrünes Gras tropischer und subtropischer Länder. Aber auch in Mitteleuropa wachsen viele Arten problemlos und kräftig - je weiter südlich, desto besser. Die beiden bekanntesten Bambusgattungen mit vielen winterharten Arten und Sorten für den Garten sind Fargesia und Phyllostachys.


Gartenbambus Fargesia


Alle Arten dieser Gruppe wachsen kompakt horstig und bilden keine Ausläufer, eine Rhizomsperre ist nicht notwendig. Die meisten Gartenbambus wachsen vergleichsweise langsam und bevorzugen halbschattige Plätze. Vollsonnige und trockne Standorte sind für Fargesia ungeeignet. Sie können mit dem Spaten bei Bedarf seitlich abgestochen werden. Aus diesen Gründen ist der Gartenbambus Fargesia der ideale Bambus auch für kleine Gärten und für Gartenfreunde, die erste Erfahrungen mit diesen faszinierenden Gräsern machen wollen.

Fargesia murielae „Grüner Zwerg“ eignet sich beispielsweise bestens für Kübel oder als kleiner Busch - größere Sorten wie Fargesia murielae „Jumbo“ sind ideale schnittverträgliche Bambuspflanzen für höhere Hecken oder Solitärpflanzen.


Bambus Pyllostachys


Die Arten und Sorten der Gattung Phyllostachys wachsen viel kräftiger und schneller als der Gartenbambus Fargesia. Dabei breiten sie sich über Ausläufer aus, die weit entfernt von der Mutterpflanze auftauchen können. Wir empfehlen dringend, Phyllostachys immer mit einer Rhizomsperre (siehe unten) an der unkontrollierten Ausbreitung zu hindern. Phyllostachys liebt warme geschützte vollsonnige Plätze, wobei die meisten Arten feuchten Boden brauchen. Um schöne Bestände ausbilden zu können, benötigen die wuchsfreudigen Phyllostachys Bambus am besten eine Fläche von 5 – 8 m² aufwärts. Die meisten Pyllostachys sind schnittverträglich, aber dennoch keine idealen Heckenpflanzen, denn sie wachsen eher baumartig und nicht so schön kompakt wie Fargesia. In Gärten werden Phyllostachys meist als imposante Solitärpflanzungen eingesetzt, die natürlich auch einen Sichtschutz bilden.


Bambus pflanzen


Alle Bambuspflanzen lieben nährstoffreichen, lockeren und humosen Boden. Schwach saure Erde wird bevorzugt, ist aber nicht zwingend notwendig. Wenn der Boden dann noch feucht und durchlässig ist, sind optimale Vorraussetzungen für die erfolgreiche Bambus Pflege geschaffen, wobei gerade einige Phyllostachys Arten auch mit eher trockenen Standorten zurecht kommen. Staunässe ist auf jeden Fall zu vermeiden, ansonsten faulen die Bambuswurzeln.

Sehr windexponierte Standorte sollten für Bambuspflanzungen gemieden werden. Von den bekannten Arten sind lediglich Phyllostachys bissetii und Fargesia murieliae "Jumbo" sehr windfest. Die ideale Pflanzzeit für Bambus reicht vom Frühjahr bis in den Spätsommer. Dann haben die Pflanzen noch genügend Zeit anzuwachsen, was sich positiv auf die Winterhärte auswirkt.


Wurzelsperre


Alle Ausläufer treibenden Bambus (Phyllostachys, Sasa …) sind nur mit einer Wurzelsperre dauerhaft im Garten zu kontrollieren. Wachsen diese Arten ungehindert, können Schäden an Wegen, Häusern etc. nicht ausgeschlossen werden – sowohl bei Ihnen als auch bei Nachbarn!

Schwarze PEHD Folie in 2 mm Dicke, hat sich seit vielen Jahren als Wurzelsperre für Bambuspflanzen bewährt. Eine Folienbreite von 70 cm ist üblich. Die Folienenden werden mit einer speziellen Aluschiene aneinander fixiert. Der so entstandene Ring ist in der Form flexibel, so dass gestalterisch alle Möglichkeiten offen sind. Teichfolie, Plastikkübel, Mauern etc. sind als langfristige Wurzelsperre für Bambuspflanzen absolut ungeeignet! Für den fachgerechten Bau einer Bambussperre heben Sie an der ausgewählten Pflanzstelle zuerst einen 65 - 67 cm tiefen Graben aus. Ist der Boden innerhalb des Ringes für Bambuspflanzen nicht geeignet wird eine vollständige Grube gegraben. Nachdem die mit Hilfe der Klemmschiene die beiden Folienenden der Rhizomsperre fest miteinander verbunden worden sind, kann der Folienring in den Graben gestellt werden. Jetzt wird mit Erde aufgefüllt, wobei mindestens 3 – 5 cm der Wurzelsperre aus dem Boden herausragen müssen. So wird verhindert, dass Bambusrhizome über die Sperre rüber wachsen. Aber: eine absolute Sicherheit gibt es nicht. Es empfiehlt sich, zweimal jährlich das Umfeld des Bambus und den oberen Rand der Wurzelsperre zu kontrollieren.


Bambus am Gartenteich


Bambuspflanzen sind keine Teichpflanzen, jedoch schätzen sie die erhöhte Luftfeuchtigkeit in der Nähe von Gewässern. Bambushalme, die sich im Wind wiegen und im Wasser spiegeln sehen zudem toll aus. Auf keinen Fall darf Bambus auf die Teichfolie gepflanzt werden, denn Staunässe lässt das Wurzelwerk der Gräser verfaulen. Es ist sogar ein gewisser Abstand zur Teichfolie nötig, damit die aggressiven Wurzeln nicht die Teichabdichtung beschädigen können. Bambus ist eine immergrüne Pflanze, verliert während der Vegetationsperiode aber kontinuierlich Blätter – man sagt: „Der Bambus putzt sich“. Da Falllaub im Gartenteich wegen des Nährstoffeintrages und des damit einhergehenden Algenwachstum absolut unerwünscht ist, ist eine gewisse Entfernung zwischen Bambuspflanze und Teichrand ebenfalls sinnvoll, oder man spannt ein Teichnetz.


Bambus Pflege


Bei den starkwüchsigen Arten (Phyllostachys …) können ca. alle zwei Jahre im Frühjahr die dünnen und alten vergrauten Halme ausgelichtet werden. Der Bambus verjüngt sich dann besser und mit 10 bis 15 Halmen je m² entsteht einer ansehnlicher Bambushain. In kleineren Rhizomsperren kann es nach einigen Jahren notwendig werden auch Rhizome und Wurzeln auszulichten und die bereiche mit frischer Erde aufzufüllen. Schnittarbeiten an einer Bambushecke fallen am besten in den Sommer, ebenso Formschnitte.


Bambus gehört zu den am schnellsten wachsenden Pflanzen. Entsprechend ist der Nährstoffbedarf sehr hoch. Maßvolles Nachdüngen im Frühjahr zum Neuaustrieb ist unerlässlich – zu viel Dünger schadet jedoch der Stabilität und der Winterhärte der Pflanzen. Einfacher handelsüblicher Rasendünger hat sich bei uns bestens bewährt.

Für den Garten bieten sich viele extrem winterharte Bambus der Gattungen Fargesia und Phyllostachys an. In harten Wintern sind vereinzelte Schäden an Blättern oder dem Neuaustrieb nie ganz auszuschließen. Ältere Pflanzen treiben jedoch zuverlässig aus dem Wurzelstock wieder aus. Die große Gefahr im Winter ist gar nicht die Kälte sondern die Trockenheit - insbesondere in frostigen, windigen und zugleich sonnigen Perioden. Bambus als immergrüne Pflanze benötigt auch dann Wasser! Dauern derartige Perioden zu lange kann Bambus im Winter vertrocknen. Daher ist es wichtig, auch in frostfreien Zeiten zu wässern!


Schädlinge und Krankheiten sind bei Bambus Freilandpflanzen in unseren Gärten sehr selten. Blattläuse, Schildläuse oder Getreiderost können in Ausnahmefällen bei Kübelpflanzen oder unter schlechten Wachstumsbedingungen auftreten, eine Bekämpfung ist normalerweise nicht notwendig.

Bambus blühte in Europa je nach Art ca. alle 80 bis 130 Jahre. Fargesia stirbt nach der Blüte immer an „Erschöpfung“ ab. Phyllostachys kann nach intensiver Düngung und radikalem Rückschnitt häufig weiter wachsen.



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